Der Frühling zeigt seine ersten duftenden Knospen und das erste zarte Grün

Farbenfrohe Frühlingsboten und blumige Düfte betören unsere Augen und Nasen. Auch die Tiere erwarten das Erwachen der Natur sehnsüchtig, ganz besonders die Bienen. Trotz den noch etwas frischen Temperaturen fliegen sie aus ihrem Stock und bestäuben alles was blüht. Auch Gemüsesorten, Nutzpflanzen und Obstbäume. Bei niedrigen Temperaturen sind Wildbienen und Hummeln mit ihrem wärmenden Pelz etwas fleißiger als die Honigbienen.

Viele Pflanzen sind auf die Bestäubung der Bienen angewiesen, weil der Wind deren Pollen nicht weitertragen kann

Mit der Produktion von süßem Nektar locken sie das sechsbeinige Insekt an. Die Biene trinkt diesen. Beim Weiterflug zur nächsten Blüte nimmt sie in ihrem Pelz Pollen mit. Auf der Suche nach Nahrung befruchtet sie so ganz nebenbei Blumen und Blüten. Sie dienen nicht nur der Pflanzenvielfalt: ein Drittel unserer Lebensmittel gäbe es ohne die Bestäubung der Bienen nicht. Weizen, Mais und zahlreiche andere Getreidesorten werden zwar mithilfe des Windes befruchtet, aber knapp 80 Prozent der Nutzpflanzen gibt es nur dank der Bienen. Die fleißigen Bienen halten zudem das ökologische System aufrecht. Zum Glück sind die pelzigen Flieger nicht die einzigen Bestäuber: Schmetterlinge, Käfer und Vögel helfen ihnen dabei. Die Facettenaugen lassen die Bienen gleichzeitig in verschiedene Richtungen schauen. Mit dem Saugrüssel saugt sie die Flüssigkeit aus den Blüten. Jeder ihrer Fühler (Antennen) trägt 60.000 Geruchsrezeptoren, und ihre Beine zahlreiche “Schmeckhaare”.

Honigbienen sind geniale Baumeister

Egal ob ein hohler Baumstamm oder ein Bienenstock bewohnt wird, die Vorgehensweise des Nestbaus ist immer gleich: zuerst wird einmal gründlich sauber gemacht, und die Baustelle anschließend mit einer Schichte Propolis überzogen. Die klebrige Masse die im Bienenkörper hergestellt wird schützt vor Bakterien, Pilzen und Viren. Nun beginnt der Wabenbau. Von den Bienchen werden Wachsplättchen aus dem Hinterleib geschwitzt. Sogleich wird diese weiche Masse mit dem Mundwerkzeug zu Waben geformt. Durch ihre Körperwärme bleibt das Wachs formbar, und die kleinen Tiere modellieren eigenständig Sechsecke. Diese Zellen aus Wachs erfüllen gleich mehrere Zwecke. Sie bieten eine warme Kinderstube für den Nachwuchs und sind Lagerplatz für Blütenpollen und Honig. Dank der Imker landet dieser auf unserem Frühstückstisch.

Bienen leben mit ihrem Bienenvolk zusammen. Es gibt eine Königin, mehrere männliche Drohnen zur Befruchtung und viele weibliche Arbeiterbienen. Nur die Königin kann Eier legen. Nachdem sich das Volk durch die Brut vergrößert hat schwärmt es aus, um sich einen neuen Wohnort zu suchen. Beim Schwärmen entstehen dann aus einem Volk zwei. Bienchen, Bienchen summ herum.

Wegen seinem angenehmen und natürlichen Duft wird das Wachs der Waben gerne zu Kerzen oder Figuren verarbeitet

Unbewohnte, geflochtene Bienenkörbe schmücken so manchen Garten oder Festtagstisch. Und auch die harzartige Propolis-Masse ist für uns Menschen von großer Bedeutung. Sie wird in der Medizin zur Wundheilung und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Das kostbare Bienenprodukt ist auch bei der Herstellung von Geigenlack und speziellen Holzlasuren zu finden.