Dirndlschleife


Wo die Masche gebunden wird, dieser Brauch ist gerade mal rund 30 Jahre alt

Früher gab nämlich die Tracht selbst, schon Auskunft über den Beziehungsstatus der Trägerin. Verheiratete und nicht verheiratete Frauen konnte man an der unterschiedlichen Tracht erkennen. Es war damals nicht notwendig, dies durch die Platzierung der Schleife auszudrücken. Mit dem Dirndl- und Trachtenboom hat sich mittlerweile eine Art (versteckter) Code verbreitet. Je nach Positionierung der Schleife gibt er den Beziehungsstand der Trägerin preis. Darüber bescheid zu wissen, könnte einige Missverständnisse vermeiden.

Schleife vorne links

Wird die Masche aus Sicht der Trägerin auf der linken Seite gebunden bedeutet es, dass sie noch nicht verheiratet oder vergeben ist. Für Flirt- oder heiratswillige Männer dürfte dies von großem Interesse sein.

Schleife vorne rechts

Bedeutet, dass die Trägerin verheiratet oder zumindest in festen Händen ist. Hat eine Dirndlträgerin mal keine Lust auf männliche Annäherungsversuche, sollte sie ihre Schürze vorne rechts binden.

Schleife hinten

In den meisten Fällen bedeutet es, dass sie Trägerin Witwe ist. Dirndlträgerinnen die im Service arbeiten, binden ihre Masche ebenfalls meist am Rücken. In einigen Regionen in Österreich hält die hinten gebundene Masche eine bedeutende Tradition aufrecht. So wird im idyllischen Städtchen Bad Aussee im Salzkammergut, die Masche vom Dirndl ausschließlich hinten gebunden. Weil die Jugend ein glühender Anhänger des neuen Erkennung-Codes ist, weicht dieser Brauch ein wenig. Viele Designer beabsichtigen heute beim Entwerfen ihrer Dirndl, dass die Schleife hinten gebunden wird. Am Rücken gebunden, wird jede Schleife zum Figur-Schmeichler.

Schleife vorne mittig

Angeblich bedeutet dies, dass die Trägerin noch Jungfrau ist. Mancherorts wird es auch als Unentschlossenheit gedeutet. Die Männerwelt hilft sich da mit Merksprüchen wie: “Schleife links, Glück bringt`s” oder ” Schleife rechts  – ist schlecht”. Früher war das für die Männer leichter, als es für verheiratete und unverheiratete unterschiedliche Trachten gab.

Ebenso wichtig wie die Platzierung der Schleife ist, dass sie nicht traurig oder schlampig herunter hängt, sondern schön gebunden ist