Ein geheimnisvoller Zauber aus uralten Bräuchen begeistert alljährlich Groß und Klein im winterlichen Salzkammergut.

Am 5. Jänner, Vorabend der heiligen drei Könige und sogenannte letzte Rauhnacht, vertreiben Einheimische mit bunten Kappen als Glöckler verkleidet, die bösen Rauhnachtsgeister aus der Winternacht. Heil und Segen soll es bringen, die Dunkelheit durch Licht und Wärme besiegen, und die Zuschauer in die Geschichte der uralten Bräuche verzaubern. Das Erklingen ihrer Glocken im Rhythmus der Schritte soll das Getreide unter der Schneedecke wecken, und zum Wachsen bringen.

Der Name „Glöckler“ hat aber mit der Glocke gar nichts zu tun. Er leitet sich vom hochdeutschen Wort „klocken“ (anklopfen) ab. Einige Brauchtümer zu Krampus-, Perchten und Faschingszeiten zählen zu den „Einkehrbräuchen“, wo in den „Anklopfnächten“ von Tür zu Tür gezogen, und angeklopft wird. In weißer Kleidung, mit einer Kuhglocke um die Taille und einer prächtigen hell leuchtenden Riesenkappe auf dem Kopf, stellen die Glöcklergruppen gute Lichtgeister dar. Jede dieser Papierkappen wurde in aufwändiger Bastelarbeit von Hand, teilweise von den Aktivisten selbst hergestellt. Kunstvoll geschnittenes Ton- und Buntpapier wird über das formgebende Holzgestell gezogen. Die verschiedensten Formen und Gestalten sind hier zu sehen, Sterne und Kometen, Kreuze, Kronen oder auch markante Gebäude der Gegend. Manche Motive zeigen regionale Bräuche des Salzkammergutes. All dies in bunten Farben die von der Innenseite der Kappen mit Kerzen beleuchtet werden.

Viele dieser bis zu zwei Meter hohen und drei Meter langen Riesenkappen wiegen um die 15 Kilogramm

Für diese ehrenvolle Anstrengung die den ganzen Tag dauert, werden die sogenannten „Glöcklerpassen“ freiwillig und gerne von den Anwohnern mit Speisen und Getränken versorgt. Diese wiederum mit einem extra Tanz von den Glöcklern dafür geehrt. Das Läuten der Glocken im Rhythmus ihrer Schritte, ruft die Sonne bei Tanz und Gesang. Während der gezogenen Kreise, Spiralen oder Achter, singen sie meist auch traditionelle Lieder. In vielen Gemeinden des Salzkammergutes finden am selben Abend die Glöcklerläufe statt. Der Ursprung dieses Brauchtums liegt jedoch in der Salinengemeinde Ebensee, am Südufer des Traunsees. Bereits im Jahr 1850 wurden die Glöcklerläufe hier schriftlich erwähnt. Ebenseer die in andere Gegenden auswanderten, sorgten angeblich für die Ausbreitung dieses Brauches in umliegende Gemeinden. 2010 wurde die Stammform der traditionellen Ebenseer Glöcklerläufe in das Verzeichnis des „Immateriellen Kulturerbes von Österreich“ aufgenommen.

Für Einheimische und Gäste sind die Glöcklerläufe im ganzen Salzkammergut ein beeindruckendes und authentisches Spektakel.