Im Wirtshaus, beim Sängertreffen oder zum Tanz, lustige Gstanzln werden überall gern gehört. Mit unterschiedlichen Melodien erzählen sie von einer entsprechenden Situation. Vielfach werden Gstanzln aus dem Stegreif in der Mundart gedichtet, und in Reimen vorgetragen.

Sie leben von der Schlagfertigkeit des Sängers und von den humorvollen, frechen Texten.

Auch gibt es Gstanzln die von Generation zu Generation mündlich weitergegeben werden. Fröhliches Umtexten ist dann angesagt, um aktuelle oder politische Themen scherzhaft zu beschreiben. Wohl dürfte es das echteste und beinahe das einzige aller Volkslieder sein, das immer wieder neu geschaffen wird. Sehr beliebt ist das Gstanzlsingen auf Bauernhochzeiten, wo sich der Hochzeitslader über die Brautleute und die geladene Hochzeitsgesellschaft lustig macht. Das Gstanzl kann mal derb und hart, als auch zart und innig sein. Gelächter und Applaus bringen jeden Gstanzlsänger in Höchstform. Richtig gute Gstanzlsänger tragen stundenlang Reime vor, ohne sich dabei zu wiederholen. Die bayerisch-österreichische Liedform ist eine Art Spottgesang, vorwiegend im Drei-Viertel-Takt. Abstammen dürfte das Wort Gstanzl vom italienischen Wort stanza “Strophe”.

Als Trumpf werden den Alpenländischen Gstanzln manchmal ein Juchzer oder Jodler draufgesetzt.

Sitzt eine Gruppe Männer beim Gstanzlsingen beisammen, unterbrechen diese ihre Strophen gerne mit rhythmischem Klatschen, das auch “Paschen” genannt wird. In der Gruppe singt der Vorsänger die erste Zeile des Gstanzls an, und die anderen fallen danach ein. Meist ist der Vorsänger ein erfahrener Tänzer und Gstanzlsänger. Das Gstanzlsingen war traditioneller Weise nur den Männern oder Buschen vorbehalten, heute erfreuen sich auch die Frauen daran.