Eine blühende Oase der Ruhe, mitten in der Stadt Gmunden. Hinter den schützenden Mauern des 1645 gegründeten Kapuzinerklosters, verbirgt sich ein zauberhafter Ort. Geht man in Gmunden am Traunsee auf Entdeckungsreise, findet man viele schöne Plätze. Einer von ihnen liegt etwas im Verborgenen, doch gerade das macht ihn bei den Einheimischen so beliebt. Wie ein gut behüteter Schatz wird der Garten um das ehemalige Kapuziner-Kloster gehegt und gepflegt.

Tritt ein, bring Glück herein, und nimm es auch mit heim

Obstbäume am Eingang des Klosterareals laden ein, mehr entdecken zu wollen. Folgt man ihrer Einladung entlang der Wiese, erlebt man eine wunderbare Überraschung. Hinter der Ecke des Gebäudes scheint sich eine andere Welt zu öffnen. Eben noch in der Stadt, und wenige Schritte später in einem paradiesischen Garten. Ein spürbares Gefühl des Willkommen-Seins verzaubert die Gartenbesucher. Sessel, Bänke und Tische stehen zum ausgiebigen Entspannen und Verweilen in der Ruheoase bereit. Vögel, Schmetterlinge, Käferlein, fleißige Bienen oder Katzen aus den Nachbargärten leisten dabei Gesellschaft. Das rege Treiben der Stadt wird währenddessen von der schützenden Mauer des Klostergartens ausgesperrt. Ein weiterer Ort der Ruhe, zum Gebet oder Innehalten ist die dazugehörige barocke Kirche des ehemaligen Klosters.

Bühne frei für das Schauspiel der Jahreszeiten

Erste bunte Frühlingsboten und duftende Blüten der Obstbäume läuten den Frühling ein. Zur Sommerzeit verwandelt sich der Garten in ein prächtiges Blütenmeer aller Farben. Reife Früchte locken mit zartem Duft und knackigem Aussehen, saftiges Grün wohin man schaut. Bevor sich die Schneedecke des Winters sorgsam über die Pflanzen legt, lässt das leuchtende Herbstlaub den Garten noch einmal richtig erstrahlen. Über Zehn ehrenamtliche Gärtnerinnen und Gärtner pflegen den idyllischen Garten. Dafür bedankt sich die Natur mit Kräutern, Obst, Gemüse, Blumen und Stunden voller Gartenfreunde bei ihnen.

Mensch, Natur und Tier begegnen sich hier

Der Klostergarten bildet für verschiedene Anlässe einen ganz speziellen Rahmen. Ob für die kleine romantische Hochzeit, eine Veranstaltung für einen guten Zweck, ein Tratsch mit Freunden, neue Bekanntschaften zu machen oder einfach nur zum Genießen. Das Klostergebäude und sein Innenhof sollen ein Ort der Ruhe und Besinnung bleiben, deshalb sind sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Wertvolle Veränderungen – Veränderungen voller Wert

Nach dem Auszug der geistlichen Schwestern, bekam das von der Stadtgemeinde gepachtete Klostergebäude eine andere Bestimmung. Das Innenleben des ehrwürdigen Gebäudes bietet nun einer Krabbelstube, verschiedenen Vereinen und einer Notschlafstelle für Jugendliche Platz. Und natürlich den beiden dauerhaften Bewohnern, Bernhard und seinem Graupapagei Zippora. Ihm ist es zu verdanken, dass die Nächstenliebe innerhalb dieser Gemäuer geblieben ist. Rund um die Uhr ist der fürsorgliche Seelsorger für seine Schützlinge da. Wer ihn kennengelernt hat, verbindet mit dem Begriff “Bruder” weit mehr als nur eine Verwandtschaftsform. Manchmal ist Bernhard im Klostergarten anzutreffen, während er das harmonische Geben und Nehmen im Einklang mit der Natur schätzt.

Mit dieser Liebeserklärung an den Klostergarten sei auch all jenen gedankt, die den romantischen Garten schätzen, ihn liebevoll hegen und pflegen, und zu dem machen was er ist. Einen Dank aus tiefstem Herzen an Bernhard Brunner, der guten Seele des Klosters.