Bei der Liebeswerbung im Alpenraum spielte die Maultrommel eine wichtige Rolle

Man(n) wollte seiner Angebeteten beweisen, ein richtiger Kerl vom Lande zu sein. Denn nicht jeder konnte Maultrommel spielen. Das kleine, praktische Instrument ist in der Jacken- oder Hosentasche stets griffbereit.

Und so gehts

zum Musizieren wird das Instrument an die Schneidezähne angelegt und mit den Lippen locker umschlossen. Die Federzunge der Maultrommel sollte die Schneidezähne nicht berühren, damit diese im leicht geöffneten Mund schwingen kann. Durch das Zupfen der Feder mit einem Finger, entsteht ein Ton. Die Mundhöhle bildet hierfür den Resonanzraum. Verändert man nun das Mundhohlraumvolumen ähnlich wie beim Sprechen, erzeugt man unterschiedliche Töne. Mit dem gleichzeitigen Hindurchblasen bzw. -ziehen von Luft wird der Klang verstärkt.

Ihren Ursprung hat die Maultrommel wahrscheinlich in Asien

Die ältesten Ausführungen wurden aus Bambusholz hergestellt. Früher nannte man das Instrument im deutschsprachigen Raum “Brummeisen”. Meist werden die Maultrommeln aus den Metallen Eisen, Bronze oder Messing hergestellt. Die Form des Bügels ist regional unterschiedlich, das Funktionsprinzip ist aber überall gleich. Zwischen den Schenkeln des U-förmigen Rahmens ist die Federzunge montiert, die mit dem Finger zum Schwingen gebracht wird. Die Österreichische Erzeugungstsätte für Maultrommeln befindet sich in Molln in Oberösterreich. Bereits seit dem Mittelalter ist diese Marktgemeinde die Hochburg der Maultrommelmacher. Hier hat sich sogar eine eigene Zunft etabliert.

Im Jahr 2014 wurde das Maultrommelspiel in das Verzeichnis der Immateriellen Kulturerbe in Österreich aufgenommen

Der Österreichische Maultrommelverein organisierte in Molln schon internationale Maultrommel-Festivals. Das Instrument für die Hosentasche erfreut sich heute immer noch großer Beliebtheit. Und manch einem erzählen die Töne der Maultrommel Geschichten aus dem Alpenland. Maultrommelmacher in Molln – Museum und Schaubetrieb: www.maultrommel.at