Er ist vom Alpenländischen Tisch kaum wegzudenken – der Riebel

Aufgrund seiner steigenden Beliebtheit dürfte er sich auch in anderen Gegenden herumtreiben. Die intensive Suche lässt sich vielleicht mit einigen Erkennungsmerkmalen vereinfachen. Das Vorarlberger- und St. Galler Rheintal, die Grenzregion von Liechtenstein, Österreich und der Schweiz sind das ursprüngliche zu Hause des Riebels. In der Schweiz ist der Rheintaler Riebel seit August 2000 eine geschützte Ursprungsbezeichnung, wodurch seine Prominenz stieg. In verschiedenen Regionen ist er unter den unterschiedlichsten Namen bekannt: Stopfer, Pflutta, Brösel oder Ribel (ohne “ie”). Eine ähnliche Speise ist in Österreich unter dem Namen Sterz bekannt.

Meistens zeigt sich der Riebel als Grießspeise in krümeliger Konsistenz, gerne in Begleitung von Apfelmus oder Kompott

Manchmal trägt er eine Staubzucker-Haube um nicht sofort erkannt zu werden. Am Tisch versteckt sich oft zwischen Kaffee- und Milchtassen, denn gerne wird er zusammen mit diesen Getränken genossen. Hin und wieder gelingt dem Riebel eine geschickte Täuschung: Unter Röstzwiebeln verstseckt gibt er sich als salzige Speise aus und hofft damit, als Beilage zu Fleisch und Gemüse nicht aufzufallen. Einst galt der Riebel als Mahlzeit der armen Leute. Heute findet sich die feine Grießspeise auf den Tellern aller Gesellschaftsschichten wieder. Die leichte Zubereitung, reichliche Sättigung und die preisgünstigen Zutaten, sind einige seiner unwiderstehlichen Eigenschaften.

Die vielfältigen Variationsmöglichkeiten machen den Riebel so liebenswert

Aufgrund seiner Beliebtheit verschwindet er immer rasch und jeder behauptet anschließend, ihn nicht gesehen zu haben

Ist ein originaler Riebel gerade nicht zu finden, kann man sich mit diesen Zutaten helfen: Mais- und Weizengrieß werden in Milch mit etwas Salz aufgekocht, bis ein dicker Brei entsteht. Angeblich kann auch Wasser anstatt der Milch zum Kochen verwendet werden. Ein kleiner Schluck Öl in der Flüssigkeit verhindert das Klebenbleiben am Topfboden. Danach wird der Brei in einer Pfanne mit Butter oder Schmalz langsam gebacken. Durch das ständige Stochern (Stören) mit einem flachen Kochlöffel entstehen unregelmäßige Grießklümpchen. Ein wenig Zucker darüber verzaubert den Riebel in eine feine Süßspeise. Kaum am Teller – ist er auch schon wieder weg.

Markus Linder singt das wahrscheinlich schönste Liebeslied an den Riebel.